Startseite arrow Nicole (20), Model
Harald Moll (50)
Eleni Gebrehiwot
Ulrike Maisch
Timo Benitz
Talentquelle
Eva Klee
Alexander Hahn
Heinrich Popow
Janina Goldfuß
Simret Restle
Kathrin Klaas
Sorina Nwachukwu
Cathleen Tschirch
Carolyn Moll
Schahriar Bigdeli
Bernd Schleberger
Dennis Pyka
Carl Siemes
Felix Hoppe (80)
Hans Fischer (65)
Herbert Cordewener (70)
Peter Speckens (75)
Ralf Dienhof
Hans Borgmann (75)
Bruno Wilms (70)
Nicole (20), Model
Else+Ingrid Kusche
Melanie Kraus
 
Brust raus, Bauch rein

Wer als Fotomodel Erfolg haben möchte, muss diszipliniert sein. Anweisungen befolgen und umsetzen, stundenlang frisch wirken und Eleganz ausstrahlen – Strapazen, die Nicole (20) gerne auf sich nimmt.

 
 

„Schau mal ernst und dreh das Kinn sanft über die rechte Schulter. Und vergiss auf keinen Fall die Körperspannung!“ Eine Anweisung, die fast militärisch klingt. Schauplatz ist aber kein Kasernenhof, sondern ein Fotostudio in Krefeld. Und der Befehlshaber kein General, sondern ein Kameramann. Dem Dämmerlicht und der straffenden Gesichtsmaske sei dank, dass man das Stirnrunzeln der Adressatin nicht sieht. Seit über drei Stunden gehorcht die 20-Jährige derartigen Regieanweisungen. Leicht ins Hohlkreuz fallen, auf Kommando lächeln, sekundenschnell Mimik und Gestik wechseln – für Nicole, eine angehende Automobilkauffrau, fast schon Routine. Vor Fotokameras posieren - seit zwei Jahren ihr Steckenpferd:„Ich bin von einem Fotografen angesprochen worden, der mir eine seiner Meinung nach tolle Ausstrahlung attestierte und fragte, ob ich mich nicht einmal porträtieren lassen wolle“, schildert der mit Idealmaßen ausgestattete Lockenkopf die Anfänge seiner Leidenschaft. 

 

Die erste Sedcard und Veröffentlichungen im Internet ließen nicht lange auf sich warten. Ebenfalls Anfragen anderer Fotografen. Per E-mail werden Thema, Zeitpunkt und Location verabredet, Verträge über die Verwertungsrechte aufgesetzt. Wichtiger Passus:eine Begleitperson  

 
muss akzeptiert werden – Nicoles Freund. „Man weiß ja nie, an wen sie gerät“, sagt der angehende Fachangestellte für Bäderbetriebe, der das Hobby seiner Freundin so gut es geht unterstützt und vor manchen Bildern „echt den Hut“ zieht. „Wenn man das hobbymäßig betreibt, geht man da lockerer ran. Jeden Tag super aussehen müssen, weil ich damit mein Geld verdiene, keine Pickel haben und nicht zunehmen dürfen, das wäre mir zu ernst“, sagt das Model, das aber dennoch viel in die Karriere investiert. Unter anderem durch hartes Training. Eishockey – eine andere große Leidenschaft. Der Gang ins Fitness-Studio eine weitere. „Sportlich sein ist Pflicht. Manchmal werden Posen verlangt, da muss man gelenkig sein.
"Es kann auch schon einmal vorkommen, dass man am nächsten Tag Muskelkater hat“, spielt sie zum Beispiel auf Bewegungen auf hochhackigen Schuhen an und gesteht: „Es gibt Kolleginnen, die haben es drauf. Die gucken einfach in die Kamera und die Aufnahme sitzt. Ich hingegen muss das Posing üben und gebe ehrlich zu, dass ich sehr viel vor dem Spiegel übe.“   
Aber nicht nur der Körper, auch der Geist will trainiert  werden. Kein Nikotin, kaum Alkohol - Disziplin ist gefragt. „Wenn ich am Wochenende ein Shooting habe, dann gehe ich nicht unbedingt noch bis fünf Uhr früh aus, sondern relativ früh ins Bett und gucke, dass ich ausgeschlafen bin“, umschreibt das Model die sich selbst auferlegte Askese. Was wiederum von Fotografen geschätzt wird.
„Eine dem Motiv angemessene Körperhaltung und die Fähigkeit, vor der Kamera verschiedene Charakteren entwickeln und darstellen zu können, sind wichtige Voraussetzungen“, weiß Burkhard Fidorra, ein Profi, der Nicole schon mehrfach vor die Linse holte. Schönheit allein genügt ihm nicht. Gekünsteltes Getue – unerwünscht. Und: „Viele wollen schon nach den ersten zwei Shootings richtig groß Geld verdienen.“ Was selten klappt. 
 
Denn wie im Sport gilt auch in der Fotografie: vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gestellt.

Nicole hören

 

 
 

"Audio-News abspielen" (Mini-MP3-Player 1.2 ©Ute Jacobi)